Segelfliegen in Hörbach

Wenn es an Wochenenden oder Feiertagen zwischen März und Oktober flugtaugliches Wetter gibt – also nicht regnet oder stürmt, dann treffen wir uns vormittags am Flugplatz, um uns wieder einmal den Traum vom Fliegen zu erfüllen.

Segelfliegen ist ein Mannschaftssport und so packen alle mit an. Bevor wir fliegen können, muss viel vorbereitet werden. Zuerst werden an allen Wegen Hinweisschilder aufgestellt und Sperrketten angebracht, damit vorbeikommende Fußgänger und Radfahrer entsprechend gewarnt werden. Dann wird die Seilwinde an ihren Platz gefahren, die Seile werden ausgezogen und geprüft. Wird eine Schadstelle gefunden, wird sie sofort repariert, damit das Seil im späteren Flugbetrieb nicht reißt. Gleichzeitig werden die Segelflugzeuge aus der Halle geholt, mit Rettungsschirmen versehen, auf den Flugplatz geschoben und anschließend einem umfangreichen Check unterzogen. Ist etwas kaputt, bleibt das Flugzeug am Boden und wird erst einmal repariert. Sicherheit wird bei uns groß geschrieben, schließlich wollen wir Spaß haben und niemanden in Gefahr bringen.

Dann wird es Zeit für den ersten Start. Das Segelflugzeug steht an der Startposition und der Pilot hat sich bereit gemacht. Bevor ein Flugzeug starten kann, muss der Pilot den Vorflug-Check machen, dabei werden alle Sicherheitsvorkehrungen, Einstellungen, sowie die Freigängigkeit der Ruder überprüft. Ist alles in Ordnung, ist das Segelflugzeug startklar. Nun wird die Haube geschlossen. Ein Mitglied der Bodenmannschaft klingt das Windenseil am Segelflugzeug ein, hält die Flächen in der Waagerechten und signalisiert dem Startleiter, dass der Start erfolgen kann. Der Startleiter überwacht den Flugbetrieb und führt Buch über alle Starts und Landungen.

Nun bekommt der Windenfahrer vom Startleiter per Telefon Informationen über das zu schleppende Flugzeug und die nötigen Kommandos, um den Schlepp durchzuführen. Der Windenfahrer beginnt nun, das Startseil erst vorsichtig anzuziehen und schleppt dann das Flugzeug zügig auf eine Höhe von 250-350 Meter. Windenschlepps sind die günstigste Startart beim Segelfliegen. Flugzeugschlepps sind teurer, können ein Segelflugzeug aber deutlich höher schleppen, was bei schlechten thermischen Bedingungen von Vorteil sein kann. Da wir in Hörbach eine relativ kurze Startbahn haben, sind Flugzeugschlepps bei uns aber nicht möglich.

Nach dem Start versucht der Segelflugpilot rasch Thermik zu finden. Das sind Luftmassen, die durch den erwärmten Erdboden soweit aufgeheizt worden sind, dass sie sich als große Blasen vom Boden lösen und aufsteigen. Auch unsere heimischen Raubvögel, Mauersegler, Schwalben und auch die Störche aus dem Uckersdorfer Vogelpark, bedienen sich dieser Aufwinde. Es kommt nicht selten vor, dass man zusammen mit einem dieser Vögel in der Thermik kreist.

Hat das Segelflugzeug mit Hilfe der Thermik eine bestimmte Höhe erreicht, kann diese Höhe abgeflogen werden, rund um den Platz oder im Streckensegelflug zu weiter entfernten Zielen. Je nach Wettersituation und Können des Piloten, dauern Thermikflüge zwischen einer halben und zwei Stunden, Streckenflüge können auch bis zu sieben Stunden dauern. Streckenflüge reichen oft hunderte Kilometer weit - 700 km sind keine Seltenheit! Auf solch eine Tour müssen die Piloten natürlich auch Snacks und Getränke mitnehmen.

Am Ende eines jeden Flugtages, wenn alle Segelflugzeuge wieder gelandet sind, endet ein Flugtag. Dann werden die Flugzeuge gewaschen und wieder in die Halle geräumt. Die Winde wird wieder in die Garage gefahren und die Absperrungen werden wieder eingesammelt. Wenn alles wieder an Ort und Stelle ist, werden noch die Bordbücher der Segelflugzeuge aktualisiert. Dann ist auch meistens schon das Grillfeuer angezündet und wir lassen den Tag mit Würstchen, Steaks, Getränken und einer gehörigen Portion Fliegerlatein gemütlich ausklingen.